Skip to content

Projekt

 

AutoGeri-Assist erforscht, wie KI dazu beitragen kann, komplexe geriatrische Patientendaten leichter prüfbar, für klinische Teams nützlicher und im Alltag sicherer nutzbar zu machen.

Überblick

Zunehmende Gesundheitsprobleme und die stark wachsende Datenmenge pro Patientin bzw. Patient lassen Klinikerinnen und Klinikern immer weniger Zeit für eine sorgfältige Beurteilung. Verstärkt wird dies durch den steigenden Anteil der über 65-Jährigen in der Bevölkerung und die wachsende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. All das stellt Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen vor große Herausforderungen. Unser Ziel ist es, die hervorragende Kärntner Forschungsexpertise in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Datenanalyse und Digital Health zu nutzen und dieses Wissen aus der angewandten Forschung in ein konkretes klinisches Umfeld zu übertragen, weiterzuentwickeln und in enger Zusammenarbeit mit einem Krankenhaus zu evaluieren. Wir wollen die Zeit für die Sichtung von Patientendaten und Krankengeschichten verringern und so den klinischen Alltag in geriatrischen Abteilungen entlasten. Das Projekt ist als klinisches Unterstützungswerkzeug gedacht, nicht als Ersatz für medizinische Beurteilung. Es bereitet Informationen strukturiert auf, damit Gesundheitsfachkräfte schneller und fundierter entscheiden können und dennoch die volle Verantwortung für Diagnose, Therapie und Pflegeplanung behalten.

Ziele

AutoGeri-Assist zielt darauf ab, ein KI-gestütztes System zu entwickeln und zu evaluieren, das Zusammenfassungen geriatrischer Patientenhistorien erstellt. Ein solches System kann Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte bei Entscheidungs- und Dokumentationsprozessen unterstützen, indem es die relevantesten und aktuellsten Informationen hervorhebt. Dadurch werden auch Zeit und geistige Belastung bei der Sichtung komplexer Patientendokumentation reduziert, was die Patientensicherheit erhöht und die Qualität von Therapie- und Pflegeplanung verbessert.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und einer Kärntner Klinik entsteht langfristiges Know-how, das über die Projektdauer hinaus Bestand hat und als Grundlage für weitere Digitalisierungs- und Innovationsprojekte dient. Darüber hinaus erhöht dies die Attraktivität des Standorts Kärnten für qualifizierte Fachkräfte in den Bereichen Digital Health und KI.

Bedeutung des Projekts und Wirkung

AutoGeri-Assist ist im heutigen Gesundheitswesen in Kärnten von zentraler Bedeutung: Die geriatrische Versorgung wird anspruchsvoller, weil Patientinnen und Patienten häufig mehrere Erkrankungen haben, mehrere Medikamente einnehmen und mit immer mehr Dokumentation in der Klinik ankommen. Wichtige Details können in langen Akten, veralteten Berichten oder unvollständigen Informationen aus unterschiedlichen Versorgungssituationen verborgen sein. Deshalb müssen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern unter erheblichem Zeitdruck relevante Informationen aus verteilten Datenquellen zusammenführen, zusätzlich belastet durch die zunehmenden Mengen geriatrischer Patientendaten. Das Projekt überführt wissenschaftliches Know-how und technologische Kompetenz im Bereich Künstliche Intelligenz in eine reale klinische Anwendung in der Geriatrie und bringt damit Innovation in die geriatrische Versorgung Kärntens. Mit unterstützenden KI-Systemen wollen wir den Aufwand für die Sichtung von Dokumenten verringern, die Arbeitsbelastung des klinischen Personals senken und Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, individuelle Therapie- und Pflegeentscheidungen sorgfältig vorzubereiten. Darüber hinaus können KI-Systeme Daten aus extramuraler Versorgung, Vitaldaten und Wohlbefindensinformationen auswerten und mit klinischen Analysen sektorenübergreifend zusammenführen, um die Qualität der Patientenbehandlung weiter zu verbessern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, diese KI-Systeme ausschließlich als Unterstützung für das Krankenhauspersonal einzusetzen und niemals als entscheidendes Werkzeug: Durch die strukturierte Aufbereitung historischer klinischer Daten können Muster und Zusammenhänge in Medikamenten- und Pflegeverläufen nachvollzogen und für zukünftige Entscheidungen nutzbar gemacht werden, ohne den klinischen Entscheidungsprozess zu beeinflussen. Über das Krankenhaus als primären Partner hinaus eröffnet die entwickelte Systemarchitektur die Perspektive einer Erweiterung auf weitere Einrichtungen des regionalen Gesundheits- und Pflegewesens, etwa Pflegeheime, Rehabilitationszentren oder extramurale Versorgungsstrukturen. So kann das im Projekt aufgebaute Know-how langfristig weiteren relevanten Akteuren im Gesundheitswesen zugänglich gemacht werden.

Das Projekt ist als klinisches Unterstützungswerkzeug gedacht, nicht als Ersatz für medizinische Beurteilung. Es bereitet Informationen strukturiert auf, damit Gesundheitsfachkräfte schneller und fundierter entscheiden können und dennoch die volle Verantwortung für Diagnose, Therapie und Pflegeplanung behalten.

Technologien

Im Mittelpunkt von AutoGeri-Assist steht der Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz zur Erstellung von Patientenzusammenfassungen, ausgehend von ihrer klinischen Vorgeschichte, den Verordnungen und dem Verlauf ihrer Fälle. Daher ist es wesentlich, dass die Technologien und Designs hinter diesem KI-System datenschutz- und privatsphärenkonform sind. Der Einsatz von Verfahren wie Knowledge Graphs, Retrieval Augmented Generation und modernen Technologien stellt sicher, dass das System nur die relevantesten Informationen priorisiert, die aus einem multimodalen Quellenset stammen, etwa Befunde, klinische Notizen und medizinische Bilder, und die Daten automatisch so filtert, dass veraltete und unvollständige Informationen erkannt werden. AutoGeri-Assist wird außerdem zertifizierte medizinische Publikationen und Leitlinien beobachten, damit neues anwendungsorientiertes Wissen, zum Beispiel Änderungen bei Medikamentenempfehlungen, gezielt und kontextbezogen in die tägliche klinische Praxis übertragen wird und so der kontinuierliche Transfer aktueller Erkenntnisse aus der angewandten Forschung in die praktische, klinische Versorgung geriatrischer Patientinnen und Patienten unterstützt wird.

Projektpartner

Das Projekt vereint die Universität Klagenfurt, die Fachhochschule Kärnten und ein geriatrisches Versorgungsteam aus dem Krankenhaus.

Diese Verbindung aus Forschungsexpertise, angewandter Entwicklung und klinischer Praxis ist zentral für das Projekt. Sie stellt sicher, dass das System an realen Bedürfnissen ausgerichtet und in einem sinnvollen Umfeld evaluiert wird.

Loading...